I / 2026

Schon Mitte Januar war der diesjährige Winterschlaf der Baustelle beendet. Der engagierter Unterstützer Marc Sextro und Mitglieder des Fördervereins Haus Haan e.V. haben angefangen die gleich nach Räumung des Hauses ausgebauten historischen Zimmertüren mechanisch und thermisch zu entlacken. Dabei kamen in der Werkstatt des Tischlermeisters Guido Peters im Kalkarer Stadtteil Wissel viele unterschiedlich farbige Lackschichten zum Vorschein.

Diese Erkenntnisse verwendet Prof. Schmuck – neben zahlreicher bereits durchgeführten Farbmessungen – als weitere Grundlagen für die Erarbeitung der Farbkonzepte, die er für das Äußere und Innere des Hauses. Im Verlauf des zugehörigen Prozesses hin zu einem stimmigen Farbkonzept werden Farben vorgeschlagen, Farbproben angelegt, mit der Vertreterin der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Kalkar, Frau Mareike Tebbe, abgestimmt und in liebevoll handgefertigten Musterkarten dokumentiert.

Ende Februar hat die Firma Biermann GmbH & Co. KG (Rees) in einen ersten Schritt zur energetischen Ertüchtigung des Hauses zwei jeweils 100 m tiefe Erdsonden für die Wärmepumpe gebohrt bzw. gebaut, die zukünftig als Energiequelle für die effiziente Solewasser-Wärmepumpe genutzt wird, so dass das Haus kostengünstig mit Wärme versorgt werden kann. Durch gut abgestimmte Arbeitsabläufe wurde dieses Gewerk innerhalb einer Woche fertiggestellt.

Als ein weiterer Schritt der energetischen Ertüchtigung des Hauses wurde die Kellerdecke mit PIR-Platten der Firma wedi GmbH (Emsdetten) gedämmt, so dass der Boden des Erdgeschosses zukünftig nicht mehr „fußkalt“ sein wird. Dazu wurde der alte Deckenputz entfernt, unter die rohe Betondecke Betonkontakt aufgestrichen und Fliesenkleber aufgetragen sowie anschließen die ebenfalls mit Fliesenkleber eingespachtelten PIR-Platten unter die Decke geklebt.

Der dritte große Schritt in Sachen zukünftiger Energieeinsparung sind – neben den neuen Fenstern – die von der Firma Lippes Bedachungen GmbH (Kalkar) gedämmten und abgedichteten Dachflächen durch die zukünftig erheblich weniger Wärme verloren gehen wird. Bei der Verlegung der verbauten 120 mm starken PIR-Platten wurde insbesondere darauf geachtet, dass die Anschlüsse zwischen den Platten akkurat ausgeführt wurden sowie die zu den Aufkantungen der Attika. Da gibt’s auch vom Chef, Christian Lippes, ein „Daumen hoch“, denn diese kritischen Übergänge und somit potenzielle Schwachstellen im Dach sind auch dem die Sanierungsmaßnahme begleitende und unterstützende Energieberater / Energie-Effizienz-Experten für Baudenkmale, Ingenieurbüro Grüning (Bedburg-Hau), nur zu gut bekannt.

Der die Sanierung unterstützende Elektriker hat die Anfang des Jahres begonnene Rohbauinstallation inzwischen mit der Inbetriebnahme der Niederspannungshauptverteilung abgeschlossen. Der helfende Maurer konnte die zahlreichen Fehlstellen im Mauerwerk schließen, so dass am 10. Juni zwei Sponsoren, die Firmen Dziuba Dämmtechnik GmbH (Südlohn) und Knauf Insulation GmbH (Simbach am Inn), im Rahmen einer roadshow „SUPAFIL®“ (Mineralwollkügelchen) in den Zwischenraum des doppelschaligen Mauerwerks einblasen werden. Eine interessante Veranstaltung, zu der alle Interessierten hiermit – auch im Namen der beiden Firmen – herzlich eingeladen sind!

Sehr erfreulich war der Fund von originalen Bauelementen und eines Einrichtungsgegenstands. Zum einen konnten vier baugleiche originale Glaszylinder-Wandleuchten des namhaften tschechoslowakischen Herstellers NAPAKO (entstanden aus den drei tschechischen Wörtern NÁstrojaři, PAsíři und KOvotlačitelé; auf Deutsch: Werkzeugmacher, Schmiede und Metallspinner) über den Fachhändler Michael Krammer (Obertraubling) zu einem Vorzugspreis Preis erworben werden. Diese Lampen werden demnächst das Treppenhaus ins richtige Licht rücken. Zum anderen konnte eine ausreichende Anzahl Türdrücker und -schilde, die den wenigen original erhaltenen im Haus exakt entsprechen, über den Fachhändler Replicata GbR (Freiberg) bezogen werden. Last but not least war eine Unterstützerin aus Kempten im Allgäu so nett in Ihrer Nachbarschaft einen Servierwagen aus den 1930-ig Jahren abzuholen, den sein bisheriger Eigentümer dem Förderverein für Haus Haan geschenkt hatte. Das Highlight in diesem Zusammenhang war allerdings zweifelsfrei die Wiederentdeckung der beiden Holzstühle aus der originalen Frankfurter Küche von Haus Haan, die 1991 von Prof. Dr. Klaus Kuenen im damals noch von Frau Haan bewohnten Haus fotodokumentiert wurden. Um diese Frankfurter Küche originalgetreu nachbauen zu können sind wir noch auf der Suche nach sogenannten Haarer Schütten. Sollten Sie also solche beisteuern können, wäre das eine ganz tolle Unterstützung.

Die Sponsoren Hein Derix GmbH & Ko. KG (Kevelaer) und Glas Schmitz Spiegel GmbH (Kempen) haben die Sanierung der Buntglas-Bleiverglasungen sowie deren Einfassung in Doppelglasscheiben abgeschlossen. Diese können demnächst in den fertiggestellten neuen Holzfenster im EG, OG und DG verbaut werden. Die Außenfarbe dieser Fenster basiert übrigens nicht auf einer verrückten Idee, sondern vielmehr auf den dem LVR-Amt für Denkmalschutz im Rheinland übergebenen Proben. Mikroskopische Untersuchungen haben das markante Türkisgrün als erste Anstrichfarbe dokumentiert. Aufgrund des Funds dieses außergewöhnlichen Farbtons wird das Text-Logo von Haus Haan ab dem 17. Mai auch in diesem Türkisgrün (für die Fachleute unter den Lesern: NCS S2030B60G) erscheinen.

Insbesondere das Erscheinungsbild des ikonischen runden Fensters im Dachgeschoss, das Tischlermeister Guido Peters auf dem Foto kurz vor dem Einbau präsentiert, wird zukünftig zweifelsfrei in Kombination mit seiner Buntglas-Bleiverglasung besonders eindrucksvoll wirken. Aber auch das von den Mitarbeitern der Schreinerei Peters, Simon Peters und Herbert Hermsen, nachgebauten und für das BAUHAUS stilistisch typische Eckfenster des Damenzimmers oder die vier doppelflügeligen Fenster des halbrunden Erkers im Herrenzimmer werden nicht nur aufgrund ihrer außergewöhnlichen Außenfarbe ein Zeichen setzen.

Eine große Hilfe war auch die Unterstützung eines langjährigen Freunds, Reinald Beecker. Der gelernte Metallbauer hatte bereits die Stahlstützen auf dem der Balkon ruht, nach Vorgaben des Statikers Neinhuis (Kalkar) durch Flachstahlstücke ertüchtigt. Nach dem Ausbau der alten Erkerfenster musste festgestellt werden, dass eine der drei Stahlstützen geschwächt war. Da der Fensterbauer schon mit den neuen Fenstern in den Startlöchern stand, erklärte sich Reinald – dieses Mal sehr spontan – bereit durch Aufschweißen von Metallplatten diese Stahlstütze fachgerecht zu ertüchtigen. Danke!

Nach über zweieinhalb Jahren Recherche konnte just in time ein historisches Foto verfügbar gemacht werden auf dem die originale Haustür vollständig und deutlich zu erkennen ist. Dieses wird der Tischler nun als Vorlage für den anstehenden Nachbau nutzen können. Ein weiteres Bauteil, das nach historischem Vorbild originalgetreu wiederhergestellt werden kann und somit das Gesamtbild optimiert.

Anfang Mai hat die Firma Oynak (Kleve) begonnen den Putz der gesamten Hausfassade zu sanieren. Wenn das Wetter mitspielt, könnte die Fassade im Juni mit dem durch den Sponsor Therwall UG & Co. KG (Goch) erfolgenden Anstrich vollendet werden. Auch diese Arbeiten wären ohne das seit über einem Jahr das Haus umgebende Gerüst gar nicht möglich. Somit gilt unserem Sponsor Gerüstbau Peters (Bedburg-Hau) an dieser Stelle ein ganz besonderer Dank!

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